Die Nutzung der Sprache

Ich habe viel Glück gehabt. Deshalb bedanke ich mich beim Leben dafür, dass ich bis jetzt viel erfahren konnte. Ich habe aber noch immer nicht genug davon. Ich habe viel Lust, noch mehr erfahren zu können. Ich habe immer gute und interessante Menschen kennengelernt. Ich mag Menschen, die neue Sachen lernen wollen. Ich mag Menschen, die fleißig arbeiten. Ich mag Menschen, die gute Argumente äußern. Ich mag gerne Menschen, die sich die Zeit nehmen, über etwas Tieferes nachzudenken. Ich mag gerne Menschen, die kreativ sind. Ich bewundere Menschen, die nur mit einem Wort, unsere Gesellschaft positiv anstecken können, wie: Harvey Milk, Malcolm X, Martin Luther King, Willy Brandt, Mahatma Gandhi, Nelson Mandela, meine Mutter, meinen Vater, meine Schwester, meine Oma, Irina Schindler, meine Freunden, meine guten Lehrer und Lehrerinnen, die ich hatte und habe.

Wir, Menschen (Homo sapiens) haben eine besondere Fähigkeit. Wir können sprechen. Wir können uns immer in einer feineren Art und Weise äußern. Wir können bessere Idee bekommen. Im Jahr 2011 folgerte Herr Atkinson, Quentin et al, ein Forscher von der Auckland Universität (Neuseeland) aus verschiedenen Beobachtungen, dass die Fähigkeit, sprechen zu können, vor 50.000 Jahren im Süd-Westen Afrikas erschien. Das hatte uns bessere, biologische und ökologische Konkurrenz gegen anderen Primaten gegeben. Menschen konnten Ideen mitteilen und verbreiten. Menschen konnten immer bessere, komplexere Realitäten begreifen und weiter fortführen.

Ich finde es immer noch erstaunlich, wie unsere Kinder schnell Sprachen lernen. Alle Tage lernen sie neue Wörter, ohne Probleme. Mit der Zeit lernen wir das Lesen, neue Wörter, Sätze, Texte wie ein komplexes Gewebe. Im Unterschied zu der gesprochenen Sprache können wir einen Text immer mal wieder lesen, bis wir alles verstanden haben. Das ermöglicht, dass wir den Text tiefer reflektieren können. Die Verbindungen von unseren Gehirnzellen (Synapsen) werden ausgeprägter. Ich finde, das ist ein Wunder.

Ich mag gerne das Schreiben. Ab und zu werde ich gefragt, warum ich das Schreiben mag. Wenn ich an die Frage denke, komme ich zu der Erkenntnis, dass das Schreiben für mich wie eine Therapie ist. Dieser Prozess bringt mich zu einer Gegenüberstellung mit mir selbst. Ich schreibe, um gegen meine Ängste anzukämpfen. Ich kann meine Frustrationen kompensieren. Ich kann meine Wut erleichtern. Auch dazu kann ich meine abstrakten Gedanken in Wörter verpacken. Ich kann auch die Schönheit des Lebens und meine Gefühle in einem Gedicht widerspiegeln.

So viele Möglichkeiten haben wir durch Lesen und Schreiben. Wenn wir lesen, sind wir in der Lage zu lachen, zu lieben, zu weinen, zu lernen, zu küssen, zu umarmen, zu erfahren, zu spüren, und zu reisen. Letztes Jahr hatte ich einen Lehrer gehört, der sagte, dass es nicht Besseres gäbe, als das Buch „Die Schatzinsel“ von Robert Luis Stevenson zu lesen. Ich erinnere mich sehr deutlich daran, als ich dieses Buch gelesen hatte. Danach habe ich viele Geschichten ohne Grenze mit meinem Piratenschiff von Playmobil und mit meinen Freunden entwickelt. Das war sehr lustig.

Wir können uns (als Gesellschaft) mit der Sprache weiterentwickeln. Mit der korrekten Benutzung der Sprache können wir bessere Idee voranbringen. Wie Immanuel Kant mit der Kritik der reinen Vernunft, als er versuchte, eine Verbindung zwischen dem Rationalismus (René Descartes, Espinoza, oder Leibniz) und Empirismus (Thomas Hobbes, John Locke, und David Hume) oder der Spieltheorie von John Forbes Nash. Diese Theorien sagen uns, dass alle als Teil der Endlösung von einer Verhandlung profitieren sollten. Die sogenannte Nash-Gleichgewicht Theorie.

Heutzutage brauchen wir unbedingt, neue kreative Ideen, die gegen den Populismus angehen könnten. Eine populistische Idee erkennt man relativ einfach. Sie äußern einfache Lösungen für komplexe Probleme. Wir können gerade hören, wie viele Menschen sagen, dass es keine Pandemie gäbe Stattdessen eine Lösung finden zu können, weil das Problem zu lösen nicht einfach ist. Dieses Problem ist global und schwierig. Aber plötzlich erscheinen viele wie Fachleute: Virologen, Journalisten, Juristen, Mediziner, Historiker, Philosophen…und so weiter, die eine einfache Lösung in der Tasche haben. Noch schlimmer ist, dass einige von denen nicht wissen, was ein Virus ist. Das ist für mich sogar traurig.

Ich denke an die Verwendung von Sprache und den gegenwärtigen Populismus so fällt auch auf, dass im Populismus durch einen Missbrauch der Sprache, Richtiges als falsch dargestellt wird und Verfälschungen als Wahrheit. Sprache manipuliert durch Vereinfachung, ist aber genauso als klare Linie zu sehen, wenn sie echt und faktenbasiert ist.

Wir haben viele Möglichkeiten die Sprache zu nutzen. Wir können entweder die Verrohung der Sprache hinnehmen und die daraus folgenden Konsequenzen „verdauen“ beziehungsweise unsichtbare Verletzungen heilen lassen. Genauso kann man dem Gegenüber ein Spiegelbild von seiner brutalen Wortwahl vorhalten, damit bei ihm ein Nachdenken einsetzt. Im Gegensatz dazu kann man aber auch die Schönheit der Sprache ausüben. Mit subtilen Worten oder mit der Ironie der Sprache kann man entwaffnender sein und dem Anderen einen Denkanstoß zu geben, als nur eine direkte Ansage zu machen. Wir sollten dennoch nicht vergessen, dass beides verschiedene Folgen mit sich bringen. Nur eine echtere Reflektion der Menschen kann unsere Welt ändern, damit neue Ideen geboren werden. Wir treffen täglich die Entscheidung…. wie wollen wir die Sprache nutzen?

Miguel Mejias Segura

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